Frühling in Preußen

 

Tarántula begibt sich auf die Spuren des Dichters Jakob Michael Reinhold Lenz (1751 - 1792). Mal Extremsportler, mal Pflegefall - stets Spielball und Spiegel seiner Zeit hat Lenz die Gipfel und Abgründe der menschlichen Existenz für uns neu vermessen. Er erzählt von der großen Liebe und ihrem Scheitern. Er fragt, wie Menschen käuflich werden und zeigt uns eine Kastration als Weg ins Glück...

Wir laden ein zu einer Wanderung durch Leben und Werk dieses eigentümlichen Grenzgängers. Dabei stoßen wir uns gehörig an Preußen, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten, das uns als kulturelle Identifikationsfläche, Feindbild und Verkaufsschlager in unserem Alltag heute wieder an jeder Ecke begegnet. Unsere Karte durch das unsichere Gelände ist eine Collage aus Tanz, Sprechtheater, Rokoko und Bahnhofspassage.

fabrik Potsdam, 2019


IRRTUM

Institut für Re-Realisierung, Täuschung und Magie

Herzlich willkommen! Diese Einladung bringt Sie in eine Zeit, in der das Wünschen garantiert noch hilft.                                                     Ihr Formular ist ausgefüllt und unterschrieben? Ausgezeichnet!                                                                                                                         Falls Sie unterwegs verschollen gehen, brauchen Sie keine Angst zu haben: Ihr geheimnisvolles Verschwinden wird in den offiziellen Chroniken nicht erwähnt, außerdem existieren Sie fortan exklusiv und unsterblich als Figur in ihrem Märchen der Weltliteratur!   Unseren Glückwunsch also zu Ihrem aktuellen Einreiseantrag mit Wunschoption.                                                                                         Bitte händigen Sie mir jetzt Ihr letztes Hemd aus und vergessen Sie alle notwendigen Unterlagen!                                                              Unser Serviceteam steht Ihnen gerne mit Zauberkräften zu Diensten.

Tarántula spielt: IRRTUM - Institut für Re-Realisierung, Täuschung und Magie.

Eine interaktive Märchen-Bürokratie-Performance im Rechenzentrum Potsdam

fabrik Potsdam, 2018


Stadt ohne Ufer

In unserer Stadt sind die Dinge noch so, wie man sie sich vorstellt. Das mag zwar auch am Größenverhältnis zwischen der Stadt und der menschlichen Vorstellungskraft liegen, aber die Menschen in der kleinen Stadt sind glücklich und zufrieden.

Tatsächlich - hier lässt es sich leben.

Doch warum wechselt der Fußboden des Bahnhofgebäudes über Nacht seine Farbe? Wieso steigt der Wasserstand in der Stadtbibliothek und woher kommen plötzlich die Horden wandelnder Kirchtürme, die nachts die Straßen unsicher machen?

Naja - lassen wir das. In unserem Theaterstück geht es schließlich um ganz andere Dinge und im Moment gibt es wirklich keinen Grund zur Beunruhigung. Bisher ist hier schließlich noch immer ein Stein auf dem anderen und die Kirche im Dorf geblieben, so hat es zumindest den Anschein und für heute soll uns das genügen, denn ein hoher Besucher beehrt bald unser friedliches Städtchen und die Protein-Riegel sind im Angebot - das sollten Sie sich nicht entgehen lassen!

fabrik Potsdam, 2017